24.07.2013

Mehr zur Frühlingsstraße – und ein „ganz normales“ Hitlerbild

Heute hörte das Gericht wieder mehrere ZeugInnen zur Wohnung der „Drei“ in der Zwickauer Frühlingsstraße. Der erste war ein Nachbar der „Drei“, in dessen Partykeller auch Beate Zschäpe gefeiert hatte. Dem Zeugen gegenüber hatte sie sich mit Susanne Dienelt vorgestellt und gesagt, sie wohne mit ihrem Freund und dessen Bruder zusammen in der Wohnung. Die häufig vor demHaus stehenden Fahrzeuge, v.a. Wohnmobile, habe Zschäpe damit erklärt, die beiden Männer würden beruflich Fahrzeuge überführen. Politische Gespräche will der Zeuge mit Zschäpe nicht geführt haben, sondern nur über Belanglosigkeiten gesprochen haben. Dass die beiden Männer sich nie am nachbarschaftlichem Leben beteiligten, habe ihn nicht gestört, er habe sich gefreut, eine attraktive Frau in der Runde zu haben.

Einige Nachfragen gab es jedoch zu der eigenen politischen Einstellung des Zeugen, der sich selbst als unpolitisch bezeichnete, aber u.a. ein Hitlerbild im Partykeller stehen hatte. Das sei eine Erinnerung an einen verstorbenen Nachbarn, bei dem das vorher auf dem Fernseher gestanden habe, deswegen habe sich auch niemand beschwert. All diese Angaben waren natürlich ein deutlicher Hinweis auf eine rechte Einstellung des Zeugen – die auch erklärt, warum er sich an nicht viel erinnern will.

Interessant waren auch die Angaben des Zeugen zu Besuchen von der angeblichen Schwester der Beate Zschäpe und deren Freund, die regelmäßig mit ihren Kindern zu Besuch kamen. Auf Fotos erkannte er die Frau André Emingers und den Angeklagten selbst bzw. dessen Zwillingsbruder Maik als die Besucher wieder.

Ein PC-Experte der Zwickauer Polizei berichtete dann über die Auswertung des PCs von Beate Zschäpe aus der Brandwohnung. Danach war sie noch bis etwa eine halbe Stunde vor dem Brand im Internet, den letzten Suchbegriffen zu Folge suchte sie erst nach Nachrichten über die beiden Uwes, dann nach einem Unterbringungsort für ihre Katzen – offensichtlich Vorbereitungen für das Inbrandstecken der Wohnung etwa eine halbe Stunde nach dem Herunterfahren des PCs. Der Verlauf der Internetsuchen Zschäpes findet sich über Monate in der Akte, hierauf wird sicher noch zurückzukommen sein.

Ein Sachverständiger vom sächsischen LKA gab ein Gutachten zur Gefährlichkeit des Brandes und der Explosion ab. Beides sei unkontrollierbar gewesen und habe Lebensgefahr für Menschen im Haus bedeutet. Mit dem ebenfalls anwesenden Brandsachverständigen vom LKA Bayern gab es einen kleinen Expertenstreit über die genaue Methode, mit der das in der Wohnung verteilte Benzin angezündet wurde.

Schließlich wurde noch eine Zeugin vernommen, die zufällig kurz nach Ausbruch des Brandes am Haus in der Frühlingsstraße vorbeikam. Sie berichtete, wie Beate Zschäpe mit zwei Katzenkörben aus Richtung des Brandhauses kam. Auf den Brand aufmerksam gemacht, habe sie die Katzen ihrer Nachbarin gegeben und sei unter einem Vorwand in die andere Richtung davongerannt und nicht wieder gekommen. Zschäpe sei ihr bei der Begegnung überraschend ruhig vorgekommen.