12.05.2015

Mehr zu den Raubtaten, und zur Ideologie von Mundlos und Zschäpe

Heute Vormittag sagte zunächst der Jugendfreund von Uwe Mundlos weiter aus – zu seiner bisherigen Aussage vgl. den Bericht vom 15.04.2015. Er berichtete viel zur Gewalttätigkeit der Nazi-Szene, u.a. über einen brutalen Angriff auf jemanden, der „nicht ins Bild passte“, und von einer Schlägerei, bei der Beate Zschäpe jemand mit einem Glas schlug. Bei Mundlos habe er diverse Waffen gesehen, u.a. eine Armbrust, Messer und wohl auch eine Gaspistole.
Aus seiner Aussage ergab sich auch, dass die Drei ihre Straftaten in Jena und die Reaktion staatlicher Stellen richtig einzuordnen wussten – Zschäpe schaute sich häufig um, ob die Polizei sie verfolge, schrieb sich die Kennzeichen von Zivilfahrzeugen der Polizei auf, Mundlos sprach ihm gegenüber davon, es werde gegen sie wegen Terrorismus ermittelt, gab ihm Anweisungen, im Falle konkreter Ermittlungen Beweismittel wie einen Computer verschwinden zu lassen.
Mundlos habe schon damals viele Kontakte nach Chemnitz gehabt, habe dort verschiedene Personen besucht und auch Gegenbesuche empfangen.

Der Zeuge gab sich sichtlich große Mühe, darzustellen, dass er sich nach etwa 18 Jahren nicht mehr an alle Details erinnern kann. Die Verteidigungen Zschäpe und Wohlleben bemühten sich sehr, dies als vermeintliche Widersprüchlichkeiten in seiner Aussage darzustellen, warfen dem Zeugen mehrfach vor, zu lügen. Diese ziemlich durchsichtige Strategie scheiterte jedoch, nicht nur die Nebenklage, sondern auch die Generalbundesanwaltschaft intervenierte mehrmals und das Gericht entschied jeweils gegen die Verteidigung.

Das Gericht beschäftige sich zudem mit einem weiteren NSU-Raubüberfall, dieser am 25.09.2002 auf eine Sparkasse in Zwickau. Danach stürmten Mundlos und Böhnhardt in die Filiale, deckten alle Anwesenden mit Reizgas ein und bedrohten sie mit Schusswaffen. Die Beute betrug knapp 50.000 €, die beiden Täter flohen, wie auch bei den Mordtaten, mit Fahrrädern.

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