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11.12.2014

Wie der NSU Anschlagsziele ausspähte

Heute wurden zwei Polizeibeamte vernommen. Der erste hatte eine CD mit Bildern, die im Brandschutt der NSU-Wohnung in der Frühlingstraße in Zwickau gefunden wurde, ausgewertet. Darauf war eine Person (sehr wahrscheinlich Uwe Böhnhardt) zu sehen, der mit Fahrrad vor zwei möglichen Anschlagsobjekten in Stuttgart – einem türkischen Grillimbiss und einem Lebensmittelgeschäft – steht. Für einen Beobachter muss das Ganze so ausgesehen haben, als werden hier Urlaubs-Schnappschüsse gemacht, tatsächlich handelte es sich aber augenscheinlich um den Versuch, diese Objekte samt Anfahrts- und Fluchtwegen festzuhalten. Beide Ziele passen genau in das Muster der NSU-Anschläge – kleine, von türkeistämmigen Menschen betriebene Geschäfte und Imbisse in der Nähe von Bahnhöfen bzw. Ausfallstraßen.

Auf den folgenden Fotos ist das Klingelschild der SPD-Geschäftsstelle in Hof/Bayern zu sehen, gefolgt von einem etwa 2 Stunden später aufgenommenen Bild, das Böhnhardt und Zschäpe in einer Wohnung zeigt. Wie die Nebenklage richtig anmerkte, handelt es sich hierbei jedenfalls um ein gewichtiges Indiz für eine Beteiligung Zschäpes an der Ausspähung von Anschlagszielen. Weiterlesen

09.-11.12.2014 Vorschau

In der kommenden Woche liegt der Schwerpunkt der Beweisaufnahme zunächst weiterhin auf den Unterstützungshandlungen des Blood and Honour-Netzwerks in Sachsen für Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt.

Am Dienstag werden zwei BKA-Beamte ihre Vermerke zu Jan Werner, des angeblichen Chefs der Sektion und einer mit ihm durchgeführten Vernehmung darstellen. Anschließend wird eine zum Generalbundesanwalt abgeordnete Amtsrichterin befragt, die an der in der Schweiz durchgeführten Vernehmung von Hans-Ulrich Müller und seines Freundes zum Kauf der Ceska 83 teilgenommen hat.

Am Mittwoch wird die Vernehmung von Antje Probst fortgeführt, die nach Aussage von Carsten Szczepanski nicht nur als Teil von B&H Sachsen die Unterstützung des Trios mitbeschlossen, sondern auch ihren Ausweis für Zschäpe angeboten hatte und sich seinerzeit für die Durchführung von Anschlägen aussprach.

Im Anschluss wird ein Kriminalpolizist zur Auswertung einer CD befragt, die im Brandschutt des Hauses in der Zwickauer Frühlingsstraße gefunden wurde. Auf dieser CD wurde ein Ordner mit der Bezeichnung „Killer“ gefunden, in dem unter anderem Fotos von Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe im Juni 2003 in Stuttgart, Ausspähbilder eines Imbisses aber auch weitere „Feindadressen“ gefunden wurden. Außerdem beinhaltete der Ordner Bilder und Ausweisvorlagen für ZSchäpe und allerlei persönliche Unterlagen.

Am Donnerstag wird eine BKA Mitarbeiterin ihre Ermittlungen zu den Inhalten auf dieser CD darstellen. Zuletzt wird ein weiterer Polizeibeamter zu einer im Jahr 1996 durchgeführten Befragung von Zschäpe gehört.