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19.05.2014

Leugnen und verharmlosen VIII – Jürgen Helbig

Der Zeuge Jürgen Helbig, Jugendfreund von Uwe Böhnhardt, seit ca. 1998 Mitglied der NPD und damals aktiv in der Naziszene Jenas, stammelte und schwieg sich durch den heutigen Verhandlungstag. Wie bereits in Vernehmungen beim Militärischen Abschirmdienst, dem LKA Thüringen, dem BKA sowie der Bundesanwaltschaft gab Helbig genau so viel an, wie ihm ohnehin nachgewiesen werden kann: Über ein Jahr war er Mittelsmann zwischen den Angeklagten Schultze und Wohlleben und den gerade untergetauchten Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt. Er nahm Telefongespräche an bestimmten Telefonzellen an, überbrachte Material und verkaufte das Pogromly-Spiel, um Geld für die Untergetauchten zu besorgen.

Einmal überbrachte Helbig auch ein Päckchen, in dem er im Nachhinein eine Waffe vermutete. Wie die bisherigen Nazizeugen auch, wollte er keine konkreten Erinnerungen haben, aus sich denen eine Belastung für weitere Beteiligte ergeben könnte: nie habe er einen seiner Gesprächspartner oder Mittelsleute erkannt, mit keinem habe er über die Pläne der „Drei“ gesprochen, nie an einer Diskussion über Gewalt oder Waffen teilgenommen.

Gegenüber dem MAD hatte Helbig 1999 angegeben, er sehe Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe schon auf einer Stufe mit Rechtsterroristen. Böhnhardt sei Waffenfanatiker und hasse Ausländer. Nach dieser Angabe eines Unterstützers, das war dem MAD und VS damals schon bekannt, mussten diese also bereits sicher davon ausgehen, dass das Trio tödliche Aktionen gegen Nichtdeutsche planen würde. Die immer wieder vorgeschobene Unwissenheit der Behörden wird auch durch diese Aussage widerlegt.