21.03.2018

Beginn der Verteidigungsplädoyers wahrscheinlich morgen

Der Verhandlungstag heute begann erst um 11:30 Uhr – die Ablehnung der Befangenheitsgesuche der Verteidigung Wohlleben hatte noch etwas Zeit gebraucht. Das Gericht verlas sodann einige Polizeiberichte zu den Briefbombenattrappen, die – der Beweislage nach von Mitgliedern der „Kameradschaft Jena“ – zum Jahreswechsel 1996/1997 verschickt worden waren. Unser Kollege Peer Stolle hatte in seinem Plädoyer u.a. auf diese Taten hingewiesen und dargestellt, warum schon zu diesem Zeitpunkt von der Existenz jedenfalls einer kriminellen Organisation auszugehen ist, die als Vorgänger des NSU anzusehen ist.

Danach sollte am frühen Nachmittag das Plädoyer der Zschäpe-Verteidiger beginnen, RA Borchert teilte aber mit, dass Zschäpe erkrankt sei. Nach kurzer ärztlicher Untersuchung wurde die Verhandlung und das Beginn der Plädoyers von Borchert und Grasel daher auf morgen vertagt.

Heute war neben der Ehefrau von Ralf Wohlleben auch Susann Eminger als „Beistand“ für ihren Mann im Saal. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Unterstützung des NSU ermittelt.