Schlagwort-Archive: Nagelbombenanschlag

29.09.2015

Gericht lehnt zahlreiche Beweisanträge ab

Heute ging es zunächst noch einmal um den Nagelbombenanschlag in der Keupstraße – eine Nebenklägerin ist bisher nicht zur Zeugenvernehmung erschienen, ihr Rechtsanwalt teilte mit, sie liege in der Türkei im Krankenhaus. Auch der Sohn einer Freundin der Nebenklägerin, der nähere Informationen zu ihr machen sollte, war wegen einer akuten Erkrankung entschuldigt. Ein Arzt aus einem Kölner Krankenhaus konnte sich nur vage erinnern – er berichtete von der Behandlung einer Patientin mit diversen Schnittwunden, die sei noch am selben Abend entlassen worden und auch später nicht mehr vorstellig geworden.

Sodann erstattete der medizinische Sachverständige sein Gutachten zur Gefährdung des damals 16-jährigen jungen Mannes, auf den bei dem Überfall auf den Edeka-Markt im Dezember 1998 geschossen worden war. Weiterlesen

21.01.2015

„Die Solidarität hat gefehlt“:
Weitere Verletzte des Nagelbombenanschlags in der Keupstraße

Heute sagten eine Reihe weiterer Verletzter des Nagelbombenanschlags in der Keupstraße aus.

Merklich war vor allem, dass alle Verletzten noch stark mit den psychischen Folgen des Anschlags zu kämpfen haben. So sagte etwa der Besitzer des Ladens auf der anderen Straßenseite, der glücklicherweise durch ein geparktes Auto geschützt war und daher von „nur“ drei Nägeln getroffen und nicht schwer verletzt wurde: „Wenn ich heute auf der Keupstraße sitze und ein Fahrrad vorbeifahren sehe, dann denke ich, es könnte wieder passieren.“

Am Schicksal einer Frau, die sich im Laden neben dem Frisörgeschäft befunden hatte, zeigt sich ein weiteres Mal, dass die Behörden die BewohnerInnen der Keupstraße nicht wie „normale“ Geschädigte behandelt haben: Die Zeugin hatte unmittelbar nach der Explosion einen der schwerverletzten jungen Männer gesehen, hatte die noch lodernden Flammen an dessen Bein gelöscht, wenig später das Bewusstsein verloren – sie war also augenscheinlich schwer traumatisiert. Bei jedem größeren Unglücksfall, erst recht bei einem Verbrechen, wäre die übliche Reaktion, Betroffenen wie ihr eine sofortige und umfassende traumatheurapeutische Weiterlesen