14.12.2016

Wieder eine vom BKA vertane Chance zur Aufklärung

Auch heute dauerte die Hauptverhandlung deutlich weniger als 2 Stunden, schon kurz nach 11 Uhr vormittags war Schluss.

Als Zeugin sagte eine Frau aus, die im Juni 2000 auf Fotos des sächsischen Verfassungsschutzes von einer Überwachung des Blood and Honour-Aktivistin Jan Werner in Berlin auftauchte und auch vom Aussehen her als Begleiterin von Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt beim Ausspähen der Berliner Synagoge einen Monat zuvor (vgl. Bericht vom 30.11.2016) in Frage kam.

Sie stritt jede Kenntnis von der ganzen Geschichte ab, und auch wenn das wenig überzeugend daherkam, ließ es sich nicht wirklich hinterfragen: Der Verfassungsschutz hatte nur sehr wenige Informationen über die Zeugin übermittelt, das BKA es auch für unnötig befunden, sie überhaupt als Zeugin zu befragen. Damit dürfte wohl auch dieser Hinweis auf eine mögliche weitere Kontaktperson oder Unterstützerin des NSU im Sande verlaufen.

Ein Waffensachverständiger vom BKA war auf Antrag der Verteidigung Wohlleben geladen worden und teilte mit, dass die Ceska-Mordpistole gut 700g, der Schalldämpfer etwa 240g wiege. Die Verteidigung meint, Wohlleben und Schultze hätten das Gewichtsverhältnis anders dargestellt und hätten daher damals eine andere Waffe in der Hand gehabt – auch dies Ausdruck der verzweifelten Versuche der Verteidigung, gegen die klare Beweislage anzukämpfen.

Der Verhandlungstag morgen ist abgesetzt worden, nächste Woche wird das Gericht den psychiatrischen Sachverständigen Prof. Saß hören.

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