18.06.2013

Bereits 2000 zwei Verfassungsschutz-Kontakte im direkten Umfeld der Jenaer Unterstützer

Die weitere Vernehmung des Angeklagten Carsten Schultze verlief schleppend. Schultze gibt an, sich an fast nichts mehr zu erinnern. Seine immer wieder vorgetragene Behauptung, er habe keine Vorurteile gegenüber Türken gehabt, wird vollends absurd, wenn er über die Zerstörung einer Dönerbude berichtet und meint, er wisse nicht, welche Herkunft der Eigentümer gehabt habe. Seine gesamten politischen Aktivitäten im Thüringer Heimatschutz, der NPD und den Jungen Nationaldemokraten spielt er herunter.

Spannend ist alleine, dass er berichtet, bereits im Jahr 2000 habe er einerseits dem Chef des Thüringer Heimatschutzes, Tino Brandt, von seinem Kontakt zu den drei Untergetauchten erzählt. Dieser sei also jedenfalls ab diesem Zeitpunkt unterrichtet gewesen. Tino Brandt war die gesamte Zeit über V-Mann des Verfassungsschutzes.

Ausserdem habe ihn ein weiterer angeblicher Aussteiger, der zu diesem Zeitpunkt Kontakt zum Verfassungsschutz hatte, im Jahr 2000 gezielt nach „den Drei“ gefragt. Er habe aber damals gesagt, er wisse nichts.

Als kurze Zeit deutlich wurde, dass Brandt Verfassungsschutzzuträger war, habe er sich keine weiteren Gedanken gemacht, obwohl dieser von seiner Unterstützungstätigkeit gewusst habe.

Deutlich wird also, dass schon zu diesem frühen Zeitpunkt die Abgetauchten und ihre Unterstützer im Blickfeld des Verfassungsschutzes standen.