Schlagwort-Archive: Banküberfälle

08.03.2016

Weitere Zeugenaussagen zu den Raubüberfällen des NSU

Heute sagten mehrere Kriminalbeamte aus Sachsen als Zeugen aus, die seinerzeit Ermittlungen zu den Raubüberfällen des NSU auf Post- und Sparkassenfilialen in Chemnitz und Zwickau durchgeführt hatten. Damals waren zwar Bilder von Überwachungskameras, auch Schuh- und Reifenspuren gesichert worden, aber den Tätern kam man nicht auf die Spur.

Die Zuordnung der Taten zum NSU erfolgte später durch das BKA über die in der NSU-Wohnung in Zwickau und im Wohnmobil in Eisenach gefundenen Kleidungsstücke, Waffen und Beute-Teile, die mit denen von den Taten übereinstimmen.

03.03.2016

Weitere ZeugInnen zu den brutalen Banküberfällen des NSU

Heute sagten mehrere ZeugInnen zu den Banküberfällen des NSU aus, diesmal zu drei Überfällen auf Sparkassen in Chemnitz in den Jahren 2004 und 2005. Auch hier zeigte sich das altbekannte Bild, insbesondere das extrem brutale Auftreten der inzwischen mit Pistole und „pumpgun“ bewaffneten Mundlos und Böhnhardt – diese bedrohten Bankangestellte durchgängig aus nächster Nähe mit Waffen, schlugen ihnen mit dem Gewehrschaft auf den Kopf, zertrümmerten Mobiliar, im letzten Fall zeigte sogar einer von ihnen eine Handgranate vor und drohte, diese zu zünden, wenn nicht weiteres Geld herausgegeben wird. Weiterlesen

17.02.2016

Weitere Beweisaufnahme zu den Raubüberfällen des NSU

Heute begann das Gericht mit der Beweisaufnahme zum Raubüberfall auf eine Sparkasse in Chemnitz im Oktober 2006. Im Gegensatz zu den übrigen Überfällen wurde dieser nur von einem Täter, der Anklage nach Uwe Böhnhardt, begangen. Dieser trat, wie auch bei den anderen Überfällen, sehr brutal auf, schlug mit einem Tischventilator auf eine Angestellte ein und schoss einem Auszubildenden, der ihn an der Tat hindern wollte, in den Bauch.

Der erste Zeuge war der damalige Auszubildende, der sehr sachlich vom Tatablauf und den Folgen für ihn berichtete: Er litt noch lange danach an den körperlichen und psychischen Folgen der Tat, konnte daher seine Ausbildung in der Sparkasse nicht fortsetzen und begann nach langer Krankschreibung eine Umschulung. Aber auch in seinem neuen Beruf kann er wegen der körperlichen Verletzungsfolgen nur sehr eingeschränkt arbeiten. Weiterlesen

11.05.2015

Zu den Raubtaten des NSU

Diese Woche befasst sich das Gericht vor allem mit einigen der insgesamt 15 Raubüberfälle des NSU. Heute wurden zunächst ZeugInnen zur ersten dieser Taten, einem Raub am 18.12.1998 in einem Edeka-Markt in Chemnitz, vernommen. Demnach entrissen die Täter der Hauptkassiererin die Tageseinnahmen und flüchteten zu Fuß. Sie wurden von einem Jugendlichen verfolgt, schossen dreimal auf ihn. Die verwendete Munition entspricht Munition, die 2011 in der NSU-Wohnung in der Frühlingsstraße in Zwickau gefunden wurde – die Waffe, mit der diese Munition verschossen wurde, wurde allerdings bislang nicht gefunden. Der Jugendliche, der die Täter verfolgte, wurde erst vor kurzem wieder ausfindig gemacht und wird sicher in einer der kommenden Wochen geladen werden.

Eine Zeugin beschrieb die Einschusslöcher in der Außenwand des Ladens, mindestens eines davon in etwa 1,60 Meter Höhe, also in etwa auf Kopfhöhe des Verfolgers. Der hemmungslose Schusswaffeneinsatz von Böhnhardt und Mundlos noch im ersten Jahr ihres Untertauchens und im Rahmen eines „nur“ der Geldbeschaffung dienenden Überfalles zeigt, dass die Untergetauchten von Anfang an die Tötung von Menschen in Kauf nahmen. Weiterlesen

15.04.2015

Zu den Banküberfällen in Stralsund, noch ein „vergesslicher“ Nazi-Zeuge, und zur Ideologie von Mundlos und Böhnhardt

Zunächst schilderte ein weiterer Betroffener den Banküberfall in Stralsund am 18.01.2007. Bei diesem und dem Überfall am 7.11.2006 wurden insgesamt mehr als 250.000 € erbeutet, konnte ein Stralsunder Kriminalbeamter berichten. Ein BKA-Beamter berichtete anschließend, er habe die Aufnahmen aus den Überwachungskameras mit Bildern von Asservaten aus dem ausgebrannten Wohnmobil in Eisenach und der Wohnung in der Zwickauer Frühlingsstraße verglichen. Zahlreiche Übereinstimmungen, auch durch DNA-Untersuchungen gestützt, lassen demnach den sicheren Schluss zu, dass die Überfälle von Mundlos und Böhnhardt begangen wurden. Insbesondere die verwendeten Waffen, die auffälligen Masken und Handschuhe sowie gefundene Geldscheine mit Banderolen zeigen vielfältige und eindeutige Übereinstimmungen. In der Frühlingsstraße sei zudem ein Ausschnitt eines Stadtplanes, auf dem die Bank eingezeichnet war, sowie eine Skizze der Räumlichkeiten gefunden worden.

Danach kam ein weiterer Nazizeuge aus der Kategorie unverschämt-vergesslich. Aus zahlreichen Vernehmungen mit dem Zeugen ist bekannt, dass dieser in Chemnitz und Ludwigsburg gelebt hatte und Kontaktperson für Neonazis aus Baden-Württemberg nach Sachsen war. All dies leugnete er stur. Auch in diesem Fall wird die Zukunft zeigen, wie diese Weiterlesen

25.03.2015

Beginn der Beweisaufnahme zu den Banküberfällen

Heute wurden die ersten Zeuginnen und Zeugen zu den Banküberfällen des NSU gehört, zunächst zum Überfall in Arnstadt am 07.09.2011, 8 Wochen vor dem Überfall in Eisenach am 04.11.2011, der im Suizid von Böhnhardt und Mundlos endete.

Die Aussagen der Angestellten und Videoaufnahmen aus der Sparkasse ergaben folgendes Bild: Kurz vor 9 Uhr überfielen Böhnhardt und Mundlos, mit mehreren Schusswaffen und einer Handgranate bewaffnet, die Filiale, schlugen einer Angestellten mit einem Telefonhörer mehrfach massiv auf den Kopf, um die Öffnung des Kassenbereichs zu erzwingen, entnahmen ca. 15.000 € aus der Kasse. Sie forderten den Filialleiter auf, den Tresor zu öffnen, sonst würde er erschossen, flohen dann aber, da der Tresorschlüssel mit einem Zeitschloss gesichert war. Eine Zeugin sah, wie sie auf Fahrräder stiegen und wegfuhren. Die weitere Flucht führten sie mit einem Wohnmobil durch, das Uwe Böhnhardt in der Nähe von Zwickau unter dem Namen „Holger Gerlach“ angemietet hatte.

Der Filialleiter schilderte den Überfall als relativ dilettantisch, die Täter als nervös – dies mag daran gelegen haben, dass seit dem letzten ermittelten Überfall in Stralsund Anfang 2007 mehr als 4 1/2 Jahre vergangen waren. Die Angestellte, die auf den Kopf geschlagen wurde, leidet bis Weiterlesen